Missmut ade: ein Wettbewerb!

Montag: Joseph aus Zimbabwe frisiert meine Haare zu Braids. Nicht Zöpfchen, nicht Rasta, sondern Twists wähle ich. Nach 9 Stunden sieht es aus, als ob etwa vier Fünftel geschafft seien: ein Hut verdeckt beim Ausgang meinen Rest unverzopfte Haarpracht. O-Ton Matti: „Sieht aus wie Schnur – fühlt sich auch so an.“ Abends spannt die Kopfhaut, aber nicht gar so arg. Das Ziel ist in Sicht.

Dienstag: In zwei Stunden will Joseph fertig sein – dass es fünf werden, liegt nicht an mir. Ich sitze brav, die Emails werden abermals neu geordnet, NZZ und Blick gelesen, jeder Link angeclickt, der Schal längst fertig gehäkelt. Und dann: der letzte Twist! Blick in den Spiegel: ja, mir gefällt’s! Die ersten zwei Nächte soll’s noch etwas spannen. Yep.

Mittwoch: Coming out. Zöpfchen tragen braucht Mut, nicht wegen der Veränderung, sondern wegen den Vorurteilen. Aha, so eine Ausländerin, die mit Schwarzen sympathisiert, steht fortan auf meiner Stirn geschrieben. Bin ich ja auch, irgendwie. Die Reduktion in Kauf zu nehmen, fällt mir schwer. Auch die Haare fallen immer schwerer, mein Blick neigt sich zum Himmel, ich werde zum Hans-guck-in-die-Luft.

Donnerstag: Trocken wiegen die Haare wohl etwa 200 g, unter der Dusche erhöht sich das Gewicht auf gefühlte 200 kg. Mein Schlafzimmerblick steht im Kontrast zur tollen Frisur, irgendwie blieb der Schlaf auch in der dritten Nacht fern. Meine Haarprothese bleibt mir fremd.

Freitag: Missmutig beginne ich den Tag. Meine Kopfhaut juckt und kneift seit 5 Tagen, die schönen Zöpfchen kratzen am Rücken, sobald sie blutte Haut berühren. Ich ertappe mich beim kräuseln von Ninas Haar, seidig fühlt’s sich an. Missmutig beende ich den Tag.

Samstag: Grausamer Äckegstabi weckt mich (offenbar endlich Schlaf?). Die Laune bleibt sich gleich. Jeder Versuch, die Haare zu ignorieren, schlägt fehl. Reichlich Alkohol hilft beim Einschlafen.

Sonntag: Haarakiri. Das kann’s nicht sein. Drösel, drösel. Trädele, trädele. Aufatmen. Nur zwei Stunden brauche ich, um alle Twists zu lösen. Nicht’s kneift mehr, der Nacken erholt sich stündlich, beim Blick in den Spiegel blöke ich friedlich. Freiheit, Natürlichkeit, Eierkuchenlaune. So fühlte sich wohl das BH-lösen in den 60ern an.

Und nun zum Wettbewerb: Wieviele Zöpfchen waren’s wohl?

Antworten bis Sonntag, 16. September via Kommentar oder Email: kathrin.schlup@gmx.net.

1-3.  Preis: 1 Jumbopack Ladyluck Haarextensions, Farbe frei wählbar

4.-10. Preis: Original gebrauchte Haarextensions, à discretion.

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2 Antworten zu Missmut ade: ein Wettbewerb!

  1. moni sagt:

    mehr fotos! mehr fotos! bitte, bitte!🙂

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