Tanzania – ein grosses Land

Der kürzeste Weg nach Bukoba in Tanzania führt mich von Entebbe in Uganda entlang des Lake Victoria nach Süden. Emma ist mein Driver, ein Freund hat ihn vermittelt. Schon frühmorgens sind wir unterwegs, den Morgenverkehr von Kampala lassen wir bald hinter uns. Wir kommen durch die Provinzstadt Masaka:

„Do you like Masaka?“

„No. Too many muslims here.“

„Oh. And is it a long way from here to Tanzania?“

„140 kilometers to the border. But no more towns.“

„And from there to Bukoba? I would like to tell my partners when I arrive.“

„No one knows here. We never go that far usually.“

An der Strasse ernten Frauen in traditionellen Gewändern Kochbananen. 3, 4 dieser Trauben werden auf Velos zum nächsten Markt geschoben, wo sie auf offenem Feuer zu einer Art Stock gekocht werden.

Wir hupen Motorräder auf die Seite auf denen Frauen im Damensitz von Dorf zu Dorf chauffiert werden. Es eilt, wir sind zu spät losgefahren weil ich verschlafen habe. Emma musste die Zimmertür aufbrechen lassen, ich hatte nichts gehört wegen den Ohrenstöpseln, die mich vom Lärm des Generators bewahrt haben der die Klimaanlage im Hotel auch bei Stromausfall laufen liess.

Hinter uns wirbelt eine Fahne toter Lake Flies, zu Millionen kommen die bei Sonnenuntergang aus dem Lake Victoria, eine halbe Stunde später sind sie tot. Falls sie nicht vorher von den pflaumengrossen Spinnen gefressen werden.

„Can you change me 20 Dollars to Ugandan Shilling?“

„We don’t change dollars.“

Weil auch der Geldautomat meinen Karten gegenüber nicht milde gestimmt ist handle ich mit Emma einen kleinen Zusatzdeal aus. Wir kaufen African Chai in kleinen Thermosflaschen, die heisse Milch hat eine dicke Fettschicht. Wir rühren Zucker und Instant-Kaffee ein. Die Milch kommt von Kühen mit breiten Hörnern die am Strassenrand angepflockt sind. Das Land ist saftig grün und fruchtbar. Über hunderte von Kilometern sehe ich kein Brachland, nur Felder, Bananenplantagen und ab und zu vielleicht mal einen Termitenhügel oder einen Lehmofen. Bäume sind Mangelware, und viele Lastwagen die unserem Fortkommen im Weg stehen haben Holzpfosten geladen. Das ist ein grosses Geschäft in Afrika, Pfosten für Stromleitungen, Dachbalken: Die Ersterstellung von Infrastruktur.
Tanzania Cow
„Mr. Michael!“

„Ehm, yes?“

„Sorry to wake you up. We are crossing the Equator. Do you want to stop?“

„no, let’s keep going, it is still far.“

„Ok. Nothing to see anyway.“

Die Sonne brennt, meine Augenlider sind schwer. Die Strasse windet sich weiter von Hügel zu Hügel, der Asphalt flimmert. Dann plötzlich, im Nichts, die Grenze. Ein paar staubige Marktstände, dazwischen Enten und Ziegen, Container und ein Wellblechdach; viele Lastwagen die warten. Mit Hilfe eines Vermittlers sind wir schon nach einer Stunde durch die zahlreichen Schlagbäume durch.

„Are we good to go?“

„The process here is much stricter than to Kenya.“

„so we can go?“

„Yes. It’s not far now.“

Tanzania ist anders als Uganda. Es hat mehr Bäume, und weniger Dörfer.

„Do you find it very different here compared to Uganda?“

„Yes, the weather is different, and the people.“

„The people?“

„They are more quiet. Simpler.“

Wir treffen rechtzeitig ein für meinen Termin, ein Board Meeting einer lokalen Kaffee-Kooperative. Die distinguierten Herren bohren ungeniert in der Nase, und als zur Ehre meines Besuchs Sodas serviert werden setzt ringsum Rülpsen ein.

„It is our honour to receive you.“

„I am honoured to be here.“

„We hope to see you again soon. Bring your family, they must see how beautiful Tanzania is.“

„I will.“

Auf der Fahrt durch’s Provinznest Bukoba sehe ich farbenfrohe Kistli.

„What are these boxes?“

„Coffins. For the children. You know, many die. Malaria, the water. It is not healthy.“

Mein Hotel liegt direkt am See. Auf dem Wrack eines Frachtschiffs sitzen Eisvögel. Am Strand entlang stakst ein Marabu, und in den Bäumen bereiten sich Pelikane für die Nacht vor. Ein Fischadler kreist und schnappt sich einen Fisch. Es wird schnell dunkel, der Sand an meinen Füssen kalt. Die Fähre aus den 50er-Jahren legt um 9 Uhr unter lautem Hupen pünktlich ab. Damit ist der Tag für Bukoba beendet. Ich fliege am nächsten Morgen weiter, ein abenteuerlicher Start von der Kiespiste hinein in weisse Wolkengebirge. 3 Stunden dauert der Flug nach Dar-es-Salaam, vorbei am Kilimandjaro.

„So how do you like Tanzania, my friend?“

„It’s good. I like it.“

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