Aha.

gluehbirne

Und plötzlich galoppiert das Buch mit mir davon. Ich weiss nicht  wie und warum meinem Roman plötzlich die Beine eines Rennpferdes gewachsen sind – manchmal sogar Adlerschwingen – aber ich klammere mich fest an die Geschichte und versuche eine Spur aus Buchstaben zu legen.

Wenn ich das Geschreibsel in diesem Blog betrachte, fällt mir auf, dass ich zwei Schreibstimmen in mir habe: eine berichtende, eher journalistische und eine persönliche, mit der ich innere Vorgänge beschreibe. Beide Stimmen wurden über’s Jahr virtuoser, prononcierter, aber Tonlage und Klang waren von Beginn an da.

Ich habe auch festgestellt, dass ich keine Geschichtenerzählerin bin – vielleicht noch nicht. Aber möglicherweise geht’s mit dem Buch plötzlich so flott voran, weil ich gemerkt habe, wie ich die zwei Stimmen benutzen kann – wie ich sie meistern kann. Ähnlich wie eine Musikerin bringe ich meine Instrumente nicht nur mehr zum tönen, sondern zum klingen, und zwar so, wie ich es will.

Beim Lesen eines Aufsatzes von John McPhee über Struktur in Reportagen (New Yorker vom 14. Januar, S. 46 bis 55) wurde mir plötzlich bewusst, wie mein Roman entsteht: mit der persönlichen Stimme fabriziere ich emotionale Wegmarken und Eckpunkte, die berichtende Stimme schiebt die Handlung voran. Diese Erkenntnis hilft mir sehr bei der Strukturierung des Textes – plötzlich macht alles Sinn. Yebo!

Bis jetzt habe ich hauptsächlich mit der persönlichen Stimme gearbeitet – irgendwann in den kommenden Wochen wechsle ich sozusagen in die Kopfstimme und führe die Handlung aus und weiter. Vielleicht werde ich damit doch noch zur Sheherazade, wie ich es mir vor bald einem Jahr wünschte.

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Eine Antwort zu Aha.

  1. Esther Serrallach sagt:

    Bravo! Ich freue mich! Halte Dich fest und reite; es tönt wie wenn Du in den Wehen währst, also auf dem besten Weg zu einer Geburt eines weiteren Kindes, eben eines Buches!
    Gutes Gelingen! Esther Serrallach

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