Sterntaler

Sterntaler

Gaia

Eine kleine Schaukel pendelt leise im Wind. Blumen zieren den Boden, ein Sternenhimmel auf dunkelbrauner Erde in weiss, gelb und orange leuchtet aus dem Schatten der Büsche. Kleine Mulden sind mit Nüssen gefüllt, ein Holzscheit dient als Rutschbahn. Matti hat den Zwergen einen Spielplatz gebaut – und tatsächlich, jeden Morgen finden wir ihre Spuren. Wenn er dann im Kindergarten ist, zwinkert mir das Eichhörnchen zu, gönnt sich noch eine Nuss und streicht das Fell über dem Ränzli glatt.

Tatooine

Ein grüner Strahl pfeilt hoch hinaus, bis zu den Sternen reicht Michi’s Laserpointer. Kreuz des Südens, Paradiesvogel, Pfau und Phönix, Walfisch, Taube und Tukan bevölkern unseren Abendhimmel. Näher am Ohr nerven die Wildgänse mit wüstem Gesang, regnen Schleimbomben auf  Haus und Garten. Nur Michi  Skywalker mit seiner kleinen Rebellengruppe trotzt dem Empire und nutzt sein Laserschwert als Gänseschreck.

Cassiopeia

Kleben, Schneiden, Stanzen, Zeichnen: Nina’s Scrapbook wächst deutlich schneller als mein Buch. Mir gefällt, wie sie eine Seite der Familie gewidmet hat – gerührt bin ich, als ich lese: “Zusammen sind wir The Schlup Five”.

Sirius

Moritz schaut mit nachdenklichen Augen in die Runde, gibt seine Gedanken nicht ohne weiteres preis. “Ich weiss einfach nicht, ob meine Zeit für alles reicht”, rückt er schliesslich heraus, ”ich möchte zuerst ein paar Jahre als Profifussballer erleben, und dann noch Tierforscher werden – meint ihr das geht? Oder bin ich dann alt?”

Andromeda

Bald schon besuchen wir die Schweiz zum letzten Mal. Danach heisst die selbe Reise dann Rückkehr, Heimkehr. Und immer deutlicher wird mir bewusst, wie viel ich zurücklassen werde in Südafrika, in Kapstadt, in Hout Bay, besonders in Hangberg, bei Bethesda. Bradley, mit seinem wöchentlichen Heiratsantrag; Peter, der mich durch die Fäden des Webrahmens anstrahlt oder Daphne, die ohne ein Wort zu sagen hinter mir hertrippelt, einfach um nahe zu sein. Und mit ihnen noch ein paar andere Menschen, die mir nahe am Herzen liegen. In der Schweiz werde ich Stücke meines alten Lebens wieder finden und einpassen in das Neue, das mir hier in Kapstadt gewachsen ist. Was ich hierlasse, bleibt auf unbestimmte Zeit liegen, vielleicht für immer. Eine Erfahrung nehme ich mit, verinnerlicht: Ich brauche die Welt eher als sie mich.

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